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BONUSSZENE

Wer aufmerksam Angry Rebels gelesen hat, weiß, warum die Jungs immer den Jeep eines Betreuers nutzen durften. 

Die Szene spielt nach Angry Rebels, enthält leichte Spoiler und ist mit Humor zu sehen.

Viel Spaß damit.

Solltest du das Buch nicht kennen - kein Problem.

Solltest du noch keins meiner Bücher kennen, lass dich nicht von der heiteren Stimmung täuschen. Normalerweise sind die Geschichten düster.

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DAVE

 

Mit beiden Händen streiche ich meine Haare zurück. Schon von Weitem erkenne ich seine Silhouette. Muskulöse Oberarme, eine breite Brust die sich unter seinem schwarzen Shirt abzeichnet, gebräunte Haut. Mein Herz schlägt schneller. Noch vier Schritte und er erreicht die Bürotür. Neben mir kichert Pepper. Sie reckt den Hals und sieht zum Fenster hinaus. »It’s getting hot in here«, singt sie. 

»Bitte halt den Mund, okay?« Ich wische mir den Schweiß von der Stirn, wippe mit den Füßen unterm Tisch und bete, sie sagt nichts weiter.

Sie lacht, steht auf und klopft mir auf die Schulter. »Bleib ruhig. Du siehst ihn doch nicht zum ersten Mal.« 

»Sonst war Brenda dabei.«

»Schon klar, aber Mr. Moore ist auch nur ein Mensch.«

Ich wette, zwischen den Laken wird er zum Tie-

Verflucht.

Ich schüttle den Kopf und atme tief durch.

Mein Gott, er ist nur ein Mann. Ein verdammt heißer Mann, aber auch mit attraktiven Typen habe ich meine Erfahrungen gemacht. Meine kleine Sommeraffäre mit diesem schwarzhaarigen Sportmodel fällt mir ein. Juan, oder Julio hieß er und auch, wenn ich mich nicht an Einzelheiten erinnere, weiß ich noch, wie gut ausgefüllt seine Badehose war.

Die Tür öffnet sich, ich richte mich auf und räuspere mich. Jetzt nur nicht durchdrehen. »Hallo Mister Moore.«

»K.« Er nimmt seine Sonnenbrille ab, schiebt sie sich ins Haar und nimmt vor dem Schreibtisch Platz. »Einfach nur K.«

 »Hey Kieran.« Pepper grinst. »Schön Sie zu sehen, aber ich muss los.« Sie geht zur Tür, dreht sich noch einmal um und hebt hinter Kierans Rücken die Daumen. Mit den Lippen formt sie die Worte »Go for it, Baby«, doch bevor ich die Augen verdrehen kann, verschwindet sie und ich bin mit ihm alleine. 

»Normalerweise bin ich gestresst, wenn ich nach Ashton Grove komme.« Kieran kneift sich in den Nasenrücken und lacht. »Die Jungs haben mir echt das Leben zur Hölle gemacht. Es ist cool, einfach mal herzukommen, um sich auf den Urlaub vorzubereiten.«

 

Ich hebe den Kugelschreiber vom Schreibtisch auf und tippe damit gegen meine Unterlippe. Ich muss irgendetwas tun, sonst drehe ich durch. Mein Blick fällt auf seinen Mund. Volle, geschwungene Lippen, umrandet von einem Bartschatten, der sich bis zu den Wangen zieht. Ich stelle mir vor, wie er sein Gesicht nah an meins heranbringt, eine Hand in meinen Nacken legt und mit seinen Lippen über meine streift.

»Ist doch so, oder?«

Scheiße. Fragend sehe ich ihn an.

»Na die Sache mit Conrad.«

»Shawn Conrad, ja.« Mein Gott, ich klinge wie ein Vollidiot. »Ja, schlimme Sache.«

»Nein, verdammt gute Sache. Ich meine, meine Jungs sind nicht ohne, aber dieses Arschloch ... Bei solchen Leuten muss man mit allem rechnen.«

 

Ich nicke, aber habe keine Ahnung, wovon er spricht.

Gott, er sieht so verflucht gut aus.

»Wurde auch Zeit, dass ihr mal durchgreift.«

Achso, er meint den Brand, den Shawn gelegt hat. »Er wird die Konsequenzen auf jeden Fall zu spüren bekommen.«

»Scheiße ja.« Kieran nickt zufrieden. »Das hoffe ich.«

Sekundenlang sieht er mir in die Augen, mir wird heiß. Ich grinse dämlich und kaue auf dem Kulli.

»Und die Sache geht wirklich in Ordnung?«

»Ähm Was?«

»Ich meine, wir könnten auch den Ranger fragen, aber man kennt sich und du siehst echt nicht wie ein Typ aus, der an der Unterwäsche meiner Frau schnüffelt, was?«

»Ähm ...« Ich lache auf. »Frauenunterwäsche ist nicht so meins.«

»Genau das meine ich.« Er lächelt. Mein Gott, selbst seine Zähne sind attraktiv. Strahlend weiß. Ob er darauf stehen würde, wenn er sie mir in den Nacken ...

 

»Ich schätze dich, Dave. Die Jungs sagen, ich kann dir vertrauen. Ich vertraue meinen Jungs, also Deal?«

»Deal.« Natürlich vertrauen mir seine Söhne. Schließlich leihe ich ihnen meinen Jeep, wenn sie im Camp sind und erzähle Brenda nie von ihren Affären oder Partys. »Gangbang Partys.«

»Wie kommst du jetzt darauf?« Kieran hebt die Augenbrauen und lacht. »Sag nicht, du stehst auch auf diese Art von Spaß?«

Scheiße. Ich habe es laut ausgesprochen. 

 

Ich springe auf, der Stuhl kippt um. Ich stelle ihn wieder hin, drehe Kieran den Rücken zu und nehme die Kanne mit frischem Kaffee. Ich gieße mir eine Tasse ein, obwohl ich Kaffee verabscheue, aber ich muss mich bewegen. Irgendetwas tun.

»Kein Ding, steh dazu. Ich bin offen für alles. Schäm dich nie für deine Triebe, Dave.«

Heilige Mutter ... er denkt, dass ich ... »Nein, also ich ...« Langsam drehe ich mich zu ihm, will etwas entgegnen, damit er nicht denkt, ich stehe auf Gangbang, aber dann leckt er sich über die Lippen und ich bekomme kein Wort heraus. Hastig trinke ich einen Schluck der widerlich bitteren Brühe und verbrenne mir die Lippen. »Scheiße!« Ich schrecke zusammen, die Tasse fällt zu Boden, eine riesige Pfütze breitet sich auf den Holzdielen auf. »Verflucht!« Ich reiße Küchenrolle ab und knie mich hin, um die Sauerei wegzuwischen.

 

Plötzlich kniet er vor mir, nimmt mir die Küchenrolle ab und legt eine Hand auf meine Schulter. Sein Gesicht ist jetzt so nah, dass ich die Narbe über seiner rechten Augenbraue erkenne. Winzige Fältchen umranden seine braunen Augen. Ich rieche sein Deo, es erinnert mich an den Strand, an Sonnenmilch, nackte Oberkörper, Mann. »Kommt dich ne Frau besuchen? Du verhältst dich wie dieser kleine Pisser Harry, als der Troll über ihn herfällt.«

 

Mein Herz hämmert, als wäre ich zehn Kilometer gerannt. Ich senke den Blick, wische den Kaffee vom Boden und versuche nicht daran zu denken, wie nah er mir ist. Aber sein Deo dringt ungehindert in meine Nase und seine Körperwärme strahlt zu mir aus und mein verfluchtes Herz droht in meiner Brust zu explodieren.

»Hey.« Er streckt seine Hand aus und hält meine für zwei Sekunden. »Alles gut? Du zitterst, Junge.«

Kieran zieht seine Hand weg, aber ich spüre seine Berührung noch immer.

»Ich ...« Ich springe auf und nicke. »Klar. Hab nur schlecht geschlafen.«

»Wieder die Nacht zum Tag gemacht, was?« Er reicht mir die Küchenrolle und schlendert zurück zu seinem Stuhl, wo er sich lässig hinsetzt. »Treibs nicht zu wild. Gönn den Ladys ne Pause. Ich kenn das. Ich mein, Ocean ist wild, aber Reece?« Er schüttelt den Kopf und fährt sich durchs Haar. »Kam dir mal irgendwas komisch vor?«

 

Erleichtert über den Themenwechsel setze ich mich auf meinen Stuhl hinter dem Schreibtisch und atme tief durch. »Mit Reece? Nein, ich meine, nichts bis auf die üblichen Probleme.«

»Seitdem sie wieder in Miami sind, ist er ... Keine Ahnung. Er redet nicht drüber, aber ich glaub es liegt an ihr.«

»Ihr?«

»Sutton. Die Tochter von meinem Freund. Lange Geschichte. Jedenfalls, er ist anders. Ein bisschen wie früher. Gott, ich hoffe, die beiden gehen sich nicht an die Gurgel.«

»Sutton und Reece?«

»Tyler und Reece. Harlan hat das im Griff, hoffe ich.«

Er senkt den Kopf und starrt auf seine Hände. Für einen Moment scheint er in Gedanken weit weg zu sein und ich nutze die Verschnaufpause, um durchzuatmen.

Er ist nur ein Mann. 

Gott, diese Oberarme.

Er ist viel zu alt für mich.

Er wüsste, wo er mich anfassen muss.

Er ist verheiratet.

Wie viele verheiratete Typen kennst du, die sich in schwule Affären flüchten?

Genau.

Einige.

»Verflucht.«

»Was ist los?«

 »Nichts. Ich hab nur laut gedacht.«

»Sorry, ich wollte dich nicht zutexten. Ich sag ja, ich bin zum ersten Mal seit ner langen Zeit entspannt in Three Kings Bay.«

»Kein Problem, Mr ... Kieran.« 

»Ich kau dir nen Ohr ab, dabei wollte ich die nur kurz vorbei bringen.« Er greift in seine Hosentasche und zieht einen Schlüsselbund heraus, den er mir reicht. »Vielen Dank noch mal, dass du die Lodge vorbereitest. Die Einkaufsliste habe ich dir geschickt.«

 

»Sie haben meine Handynummer?« 

Kieran runzelt die Stirn, dann lächelt er schief. »Dave, Dave. Lad mich erst mal auf einen Drink ein, bevor du mir an die Wäsche gehst.«

Ich schlucke. Als er meinen Blick bemerkt, lacht er auf. »Bleib locker, ich verarsch dich nur. Also die Liste hab ich per Mail geschickt, kam sie an?«

 

Ich sehe auf den Bildschirm und öffne den Browser des Email Programms. Zehn neue Mails. Eine von Shawns Vater mit dem Betreff »Beschwerde«, acht Anfragen für einen Campaufenthalt und eine von Moore-real@Estate.com mit dem Betreff »Einkaufsliste.«

 

Ich öffne die Mail und überfliege die Liste kurz. »Kaffee, Steaks, Pflanzenmilch-«

»Sutton und Storm. Hast du einen Veganer in der Familie, bist du am Arsch, hast du zwei, bekommst du einen Gemüseauflauf.«

 

Ich lächele, obwohl ich die Pointe nicht verstehe. Selbst heiße Typen machen flache Scherze, aber Kieran Moore ist so perfekt, er könnte mir den ganzen Tag die schlechtesten Witze erzählen und trotzdem würde ich wie ein Kätzchen in seinen Armen schnurren.

»Wegen den Gurken ... Falls möglich, dick und lang.«

Ich schlucke. »Dick und-«

»Lang, genau.« Er nickt. »Du kannst einfach viel mehr damit anfangen, wenn sie einen größeren Umfang haben.«

 

Ich starre ihn an und versuche, die aufflackernden Bilder in meinem Kopf zu verdrängen, aber immer sehe ich ihn in engen Boxershorts vor mir. Muskulöse Oberschenkel, mit denen er Bretter zerschmettern kann, die Hose so prall ausgefüllt, wie Santas Sack zu Weihn-

Halt.

Stopp.

Verflucht.

»Frag nicht, aber Gurken sind wichtig. Die Form, der Umfang, die Konsistenz.«

»Wie mögen Sie sie am liebsten?«

»Hart.«

»Oh.« Ich presse die Lippen zusammen.

»Das klingt sicher total pervers, was?«

»N .. Nein.« Du hast keine Ahnung, was ich mit dir machen will.

Er winkt ab. »Die Veganer sind Schuld. Storm und Sutton mögen diese scheiß Bio Naturgurken am liebsten. Wäre also cool, wenn du beim Obst und Gemüse drauf achtest. Sonst kann ich mir ewig das Gemotze anhören. Ich will einfach nur mal wieder entspannen.«

 

»Da wüsste ich was.« Verflucht.

Schon wieder. So wie es herauskam, besteht kein Zweifel, an was ich dabei gedacht habe. Ich massiere mir die Schläfen, es ist zu spät.

 

»Oh Dave.« Kieran hebt die Augenbrauen. »Sag nicht, das Gespräch hat dich auf falsche Gedanken gebracht. Ich wusste doch, dass da mehr hinter dem Surfer Boy Auftreten steckt.«

 

Flirtet er etwa mit mir? Flirtet Kieran Moore mit mir? Es klingt fast so und er leckt sich wieder die Lippen.

Verheiratete Männer.

Ich will nicht voreilig handeln, aber seine Signale machen mich lockerer. Ich bin auf keine Beziehung aus. Alles, was ich gerade suche ist Spaß. In zwei, drei Jahren, wenn ich mit dem Jura Studium fertig bin und der Job als Betreuer in den Semesterferien der Vergangenheit angehört, kann ich mir erlauben, die Liebe zu finden. Aber nicht jetzt. Es gibt zu viel, das ich noch erleben und fühlen will, bis ich mein zukünftiges Leben als Rechtsanwalt antrete.

Das Atmen fällt mir leichter, meine Muskeln entspannen sich. Ich rutsche im Stuhl nach vorne und beuge mich ein Stück über den Schreibtisch, nicht sicher, was ich überhaupt vorhabe. Eine Affäre mit einem Vater, dessen Söhne das Camp besuchen, verstößt gegen alle Regeln. »Werden die Jungs wiederkommen?«

»Du sagst mir jetzt aber nicht, du stehst auf Reece-«

»Was? Nein. Um Gottes Willen.« Für wen hält er mich? »Nein, ich frage nur so.«

 

Seine Stirn legt sich in Falten, er überlegt einen Moment. »Keine Ahnung. Mal sehen, wie sie sich benehmen, aber ich wette, wir werden noch ne Weile Spaß mit ihnen haben.«

Ich nicke.

»Ich dachte grade schon, du stehst auch auf Kerle.«

Auch? Scheiße, ich bilde mir das nicht ein. Kieran baggert mich tatsächlich an. Wahrscheinlich hat er kaum Erfahrungen mit Männern und ist deswegen vorsichtig, wie er es anstellen soll. Wenn ich mich an mein Coming out erinnere ... Ich war sechzehn und so nervös, als ich es meinen Eltern gesagt habe, dass ich eine Kerze umstieß und das halbe in Brand gesteckt habe. Okay, es war nur das Wohnzimmer. Aber wie muss es erst sein, wenn man den Ruf als Bad Boy hat und in einer Ehe steckt? Es ist niemals leicht, aber jemand wie er hat mehr zu verlieren als nur seinen Ruf.

 

Ich atme tief aus und schließe einen Moment die Augen. Du packst das.

Als ich die Augen wieder öffne, sieht Kieran mich erwartungsvoll an.

»Also wegen dem Einkauf ...« Ich räuspere mich und sehe ihm in die Augen. »Sie kommen einen Abend vor Ihrer Familie an, oder?«

»Die anderen verbringen noch eine Nacht in Miami, um dann mit Tate, Sutton und Teagan herzukommen. Die drei verbringen so ein Weiber Wochenende in Cape Coral.« Frag. Los, machs einfach. »Haben Sie vielleicht Lust, an dem Abend was Trinken zu gehen?«

 

»Klar, warum nicht. Ich mein, hier ist zwar weniger los, als bei Ty im Schlafzimmer, aber klar.« Er beugt sich im Stuhl vor, sieht mich an und legt eine Hand auf den Schreibtisch.

Mein Herz schlägt schneller. Sicher wartet er nur darauf, dass ich den ersten Schritt mache.

Vorsichtig strecke ich meine Hand aus, lege sie neben seine und halte diesen Augenblick aus, um mir sicher zu sein. Kieran lächelt, mein Herz rast.

Millimeter für Millimeter rückt meine Hand näher an seine, noch eine Bewegung ... Meine Haut berührt seine, ich streiche mit dem Daumen über seinen Handrücken.

Ruckartig zieht er die Hand zurück und reißt die Augen auf. »Wow...«

»Ist okay, ich weiß.«

»Du weißt davon?«

Ich nicke. »Der Anfang ist immer ungewohnt, ging mir genauso.«

 

Kieran seufzt. »Wie kams bei dir dazu?«

»Keine Ahnung, habs einfach gespürt.«

»Zuerst hab ich mich geschämt, aber Scheiß drauf.« Wieder legt er seine Hand auf den Schreibtisch.

Ich lege meine Hand auf seine, Kierans Miene verdunkelt sich. »Was soll das, Kumpel?«

 

Ein tiefes Lachen bricht aus.

Gleichzeitig schießen unsere Blicke zur Tür. Elisha Deleon lehnt im Türrahmen und grinst selbstgefällig. »K, K. Läufts so schlecht mit Farren? Schnappst du dir jetzt schon die Regenbogenrekruten?«

»Was?« Kieran springt auf, seine Augen weiten sich, als er realisiert, was gerade passiert ist. Seine Miene wandelt sich von verwirrt zu geschockt. »Scheiße, du dachtest ... Dave, Junge ...«

»Ich wusste immer, dass es mal so kommt.« Mr. Deleon nickt. »Kaum lässt man dich alleine ...« Er hebt die Hand. »Hi Dave. Nimms locker, er ist nur halb so gut, wie du denkst.«

»Ich ... Tut mir leid, Dave. Ich bin total lgbtq, aber ich bin ... Wir reden später, Junge.« Kieran schubst Mr. Deleon zur Tür hinaus und ich sinke im Stuhl zurück. 

Scheiße, wie konnte ich mich so irren?

 

KIERAN

 

»Scheiße, wie konnte man das missverstehen?«

Esh lacht noch immer. »Naja, deine Hand. Das, was du gesagt-«

»Wie lange standest du da, he?«

Ich fahre mir durchs Haar und beschleunige den Schritt, als uns drei Jungs in Shorts entgegenkommen und uns angrinsen. Esh zwinkert ihnen zu. »Ganz schön warm heute, was?«

»Lass den Scheiß.«

»Komm schon, was kann ich dafür, wenn du nichts checkst?«

Ich verstehe es selbst nicht. Wenn Frauen mit mir flirten, durchschaue ich sie sofort. Aber Dave? »Ich wusste nicht mal, dass er schwul ist.«

»Dave ist wärmer mein nackter Arsch in der Mittagssonne.«

Wir erreichen die Hauptstraße, ich schließe den Mustang auf und lehne mich gegen den Wagen. Ich habe keine Probleme mit Homosexualität, Trans, Pan, fluid und was auch immer. Bis Sutton mir die Bezeichnungen und Unterschiede erklärt hat, kannte ich nur Transgender und gay. Aber die Welt ist bunt und ich bin der Letzte, der jemandem die Party ruiniert.

Wenns dich juckt, kratz dich.

Was immer dich auf Touren bringt ... Tus.

Aber ich wurde noch nie von einem Typen angebaggert und schlimmer noch, ich habe es noch nie nicht verstanden, wenn ich angebaggert wurde. Scheiße, ich bin geschockt über meine Naivität, nicht über Daves Homosexualität.

In Gedanken gehe ich unser Gespräch noch einmal durch und überlege, an welcher Stelle es schiefgelaufen ist.

... Ich dachte grade schon, du stehst auch auf Kerle. 

Scheiße. Ich kneife mir in den Nasenrücken. Ich habe von Owen gesprochen. Owen Valdecour. Der Typ, der mich damals fast umgebracht hat, Tates Bekannter, der einzig Schwule, den ich kenne.

Gottverdammt.

Esh klopft mir auf die Schulter und prustet los. »Ich habs einfach gespürt«, wiederholt er Daves Worte. »Zuerst hab ich mich geschämt, aber Scheiß drauf«, äfft er mich nach.

»Ja echt witzig, ich schieß mich weg.« Ich reibe über mein Handgelenk. »Ich meinte mein Karpaltunnelsyndrom.«

»Und Dave meinte die Rückmanndeckung.«

»Das wirst du mir jetzt ewig vorhalten, was?«

»Ich? Niemals!« Er zieht sein Handy aus der Hosentasche, wischt übers Display und hält es sich lachend an Ohr. "Ich ruf nur kurz Ty an."

Super. Ich schätze, einen entspannten Urlaub kann ich vergessen.

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In Band 2 geht es mit Sutton und Reece weiter!
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